Tue Gutes und sprich darüber – wie Corporate Volunteering zu einem Gewinn für Mitarbeiter und Unternehmen wird

Corporate Volunteering ist in vielen Ländern ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. In Deutschland hat sich diese Ansicht nur bedingt durchgesetzt, obwohl seit Jahren von verschiedenen Stellen für das Konzept der betrieblichen Freiwilligenarbeit geworben wird. Gründe hierfür sind die oft geringen Erfahrungswerte der Unternehmen sowie Vorbehalte gegenüber der Umsetzbarkeit und wirtschaftlichen Vertretbarkeit von Volunteering-Maßnahmen.

Richtig eingesetzt, ist gemeinnütziges Engagement im Unternehmensumfeld jedoch ein Gewinn für alle Beteiligten. Lesen Sie hier, wie das geht.

Der informierte Konsument

Oft ist vom „mündigen Bürger“ die Rede, von einem Wertewandel bei den heutzutage äußerst gut informierten Konsumenten. In unserer gut vernetzten Welt findet Wirtschaft nicht mehr im luftleeren Raum statt, sondern wird als Teil der Gesellschaft angesehen. Unternehmen bekommen die Konsequenzen ihres Handelns oft in der Geschwindigkeit zu spüren, in der sich Fehltritte in ihrer ganzen Imageschädlichkeit in den Medien und Foren verbreiten (Beispiel Jack Wolfskin und die Abmahnung gegen Hobbybastler), und sie müssen sich auch ab und an fragen lassen, für wen sie „das alles“ eigentlich machen.

Vorteile  – im Wettbewerb sowie im Unternehmen

Somit beschäftigt CSR Unternehmen auch handfester wirtschaftlicher Interessen wie Gewinnmaximierung und Marktpositionierung wegen: Mit wachsendem Augenmerk auf die Unternehmensverantwortung im sozial-ökologischen Bereich werden CSR-Maßnahmen zu einem gewichtigen Wettbewerbsvorteil.

Besondere Signalwirkung haben CSR-Maßnahmen im Falle von KMU, da sie für gewöhnlich besonders eng in die regionale Gemeinschaft eingebunden sind. Doch auch größere Unternehmen können sich die Vorbildfunktion zunutze machen, die CSR-aktive Firmen für andere Unternehmen und für die Gesellschaft zugeschrieben wird. Ein Positivbeispiel  zu sein, ist natürlich gut für Reputation, Image- und Markenwert.

Darüber hinaus, so hat die Humboldt-Universität Berlin herausgefunden, kann CSR sogar ein Anreiz im Recruitment sein. Der Studie der Universität zufolge sind gerade Spitzenkräfte an ehrenamtlichem Engagement interessiert – die meisten Unternehmen nutzen jedoch die Chance, mit interessanten CSR-Projekten auf „Bewerberfang“ zu gehen, zu wenig.

Auch für bestehende Belegschaften ist ehrenamtliches Engagement ein großer Gewinn. Die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen werden gestärkt, Kompetenzen erweitert und Horizonte erweitert. Das ist mehr, als die meisten noch so ambitionierten Teambuilding-Events zu leisten vermögen.

Freiwilligenarbeit ist steuerlich absetzbar

Natürlich ist die Planung und Durchführung erfolgreicher CSR-Maßnahmen kein Kinderspiel. Aber mit der richtigen Vorbereitung (und eventuell professioneller Unterstützung) auch nicht unmöglich.

Zunächst muss klar sein, unter wessen Federführung der Prozess stattfinden soll. Bei kurzfristig angelegten Aktionen übernehmen oft Marketing und/oder Kommunikation diesen Part. Länger dauernde oder regelmäßig stattfindende Projekte sind meist gut bei der Personalabteilung aufgehoben. Und so umständlich es klingt: Im Idealfall sollten alle Abteilungen so früh wie möglich eingebunden (d. h. nicht nur informiert, sondern überzeugt) werden, um maximales Mitarbeiterengagement zu erreichen. Das Management muss dabei glaubhaft vermitteln, dass es voll und ganz hinter der Aktion steht. Der Schlüssel sind eine gute interne Kommunikation und die Aufforderung zum Dialog.

Je nach Ambitioniertheit kann ein CSR-Projekt budgetintensiv sein. Bei der Kalkulation sollte die Planungsphase unbedingt mit einkalkuliert und ein klares Kontingent definiert werden. Ohne die Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen geht es nun einmal nicht. Diese müssen von vornherein feststehen und verfügbar sein. Viele Unternehmen sind sich dabei nicht bewusst, dass ihre Freiwilligenmaßnahmen durchaus steuerlich absetzbar sind. Es lohnt sich also, darüber im Vorfeld Informationen einzuholen.

Was sich in vielen Fällen auch lohnt, ist die Inanspruchnahme professioneller Unterstützung bei der Durchführung der Maßnahmen. Freiwilligenagenturen stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um praktische Fragen wie beispielsweise die Versicherungspflicht der teilnehmenden Angestellten geht.

Es muss passen. Und es muss darüber geredet werden.

Von größter Wichtigkeit ist, wie bereits erwähnt, die Kommunikation, nach innen sowie nach außen. Der alte Spruch „Tue Gutes und sprich darüber!“ hat nichts von seiner Gültigkeit verloren. Klar – wer sich als Unternehmen engagiert, kann daraus nur Vorteile für seine Imagewerte ziehen, wenn die Welt davon erfährt. Zur Welt gehören (wie ebenfalls oben geschildert) auch die eigenen Mitarbeiter, die im Idealfall als Multiplikatoren ihre Begeisterung für die CSR-Maßnahmen nach außen tragen. Und auch beim Rest der Welt ist ein wenig Eigenwerbung angebracht. Allerdings offenbaren sich durch Bekanntwerden der CSR-Aktionen eines Unternehmens auch mögliche  Ungereimtheiten: Wenn die Maßnahmen keinerlei Relevanz und Bezug zum Unternehmen haben, werden sie schnell als unauthentisch und schlimmstenfalls als pure Marketing-Maßnahme (ver)kannt.

Ein klares Konzept, ein definiertes Budget, engagierte Mitarbeiter, Authentizität und gute Kommunikation – für erfolgreiche CSR-Maßnahmen braucht es so einiges. Es gibt jedoch auch so einiges zu gewinnen.

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