Überzeugend präsentieren: Professionelle Vortragsgestaltung
Für die einen ist es ein Klacks, für andere der blanke Horror – doch kaum jemand kommt drum herum: Ideen, Konzepte, Produkte oder Resultate müssen mündlich überzeugend vorgestellt werden. Oft geschieht das in Form einer Präsentation mit anschließender Diskussion. Fallstricke gibt es dabei auch für routinierte Redner: Was tun gegen Langeweile bei langen Redebeiträgen? Welche Präsentationstechnik eignet sich für mich und mein Thema? Wie reagiere ich souverän, wenn ich mich verspreche, den Faden verliere, eine Frage nicht beantworten kann? Das sind nur einige der möglichen Fragen und Probleme, die vor und während des Vortrags auftreten können. Bricht auch Ihnen schon beim Gedanken an Publikum, Powerpoint und Flipchart der kalte Schweiß aus? Oder sind Sie bereits ein “alter Hase” und möchten Ihre Vorträge spannender, strukturierter, überzeugender gestalten? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Feuertaufe ganz entspannt angehen können – und wie Sie Ihre Redebeiträge optimal aufbereiten.
1. Was, Wo, Wann, Warum: Die Rahmenbedingungen Ihres Vortrags
Am Anfang steht wie so oft eine Reihe von W-Fragen. Was ist der Gegenstand des Vortrags? Wo findet er statt? Wen möchte ich erreichen? Wovon möchte ich überzeugen? Wie lange soll ich sprechen? Welche Präsentationsform soll ich wählen? Für eine zielgerichtete Vorbereitung Ihrer Präsentation müssen Sie diese Fragen beantworten können. Daraus ergibt sich bereits ein guter Teil Ihrer Vorgehensweise: Wenn Sie Ihrer Zuhörerschaft vermitteln müssen, warum Einsparungen oder Umstrukturierungen nötig sind, werden Sie diese anders ansprechen, als wenn Sie inhaltlich neutrale Ergebnisse eines Forschungsprojektes präsentieren. Ist der Ort der Präsentation kein Konferenz- oder Seminarraum, sondern ein Restaurant, müssen Sie vielleicht ohne technische Hilfsmittel auskommen. Haben Sie nur zehn Minuten zur Verfügung, müssen sie schnell und ohne Abschweifungen zum Punkt kommen.
Beginnen Sie Ihre Vortragsplanung immer mit dem Stellen und Beantworten von W-Fragen – viele Gestaltungselemente ergeben sich daraus ganz natürlich.
2. Immer Ärger mit der Technik: Der Einsatz von Medien
Seit Laptops für jedermann bezahlbar geworden sind und Videobeamer in jeden Seminarraum gehören, hat sie sich als Standard etabliert: Die computergestützte Präsentation. Mit Programmen wie PowerPoint erstellte Präsentationsfolien werden direkt vom Computer auf die Leinwand gebracht und haben herkömmliche Präsentations-techniken wie Overhead-Projektoren, Dias oder Flipcharts weitgehend verdrängt. Wenn Sie wissen, dass eine computergestützte Präsentation von Ihnen erwartet wird, sollten Sie sich deshalb nicht nur mit der entsprechenden Software vertraut machen, sondern auch und vor allem mit den Gegebenheiten des Seminarraums: Nichts ist peinlicher, als in dem Moment, indem Sie Ihren perfekt ausgearbeiteten Vortrag beginnen wollen, den Bedienknopf für die Verdunkelung nicht zu finden. Bitten Sie im Zweifelsfall den zuständigen Techniker oder Hausmeister um eine kurze Einweisung. Generell gilt aber: Der Einsatz von Bildern, Diagrammen etc. lockert jeden Vortrag auf und ist daher unbedingt zu empfehlen.
Machen Sie sich stets im Vorfeld mit der zur Verfügung stehenden Technik vertraut, wenn Sie mit elektronischen Medien arbeiten!
3. Körpersprache, Charisma, Stimme: So gelingt der optimale Auftritt
Denken Sie an einen interessanten Vortrag, an eine unterhaltsame TV-Präsentation oder an eine spannende Vorlesung, die Sie besucht haben. Was hat Sie neben der fachlichen Kompetenz des Vortragenden noch in dessen Bann gezogen? Sicher ist Ihnen aufgefallen, dass professionelle Redner alle Register ziehen, um dem Gesagten den richtigen Rahmen zu geben: Sie legen Begeisterung oder Ernsthaftigkeit in Stimme und Blick, setzen die gesamte dynamische Bandbreite der menschlichen Stimme von leise bis laut gekonnt ein, halten Blickkontakt zum Publikum, strahlen durch aufrechte Körperhaltung Kompetenz und Souveränität aus, untermalen Höhepunkte Ihrer Präsentation gekonnt mit Gestik und Stimme. Dabei sind nicht alle TV-Moderatoren oder Politiker geborene Redner. Am Anfang wird es Ihnen helfen, sich zu überlegen, wie Sie das Gesagte durch entsprechende Gesten, Blicke oder stimmliche Modulationen angemessen unterstreichen können – später wird es Ihnen mehr und mehr in Fleisch und Blut übergehen.
Sie können Körpersprache und Stimme trainieren. Ob Sie dabei vorm Spiegel üben, Ihrem Goldhamster, dem Ehemann oder Freunden vortragen oder professionelle Kurse zu Stimmbildung und Körpersprache in Anspruch nehmen, bleibt Ihnen überlassen – Hauptsache, Sie arbeiten konsequent und fortlaufend an der Entwicklung Ihres persönlichen Stils!
4. Wer hat Angst vorm Publikum? – Vom souveränen Umgang mit Lampenfieber
Graut Ihnen davor, vor einer größeren Versammlung von Menschen zu sprechen? Sie befinden sich in guter Gesellschaft: Ebenso wie Flugangst langjährige Piloten oder Flugbegleiter befallen kann und der große britische Admiral Nelson nach jahrzehntelanger Seefahrt immer noch seekrank wurde, haben auch Schauspieler, Moderatoren und andere “Berufsredner” mit Lampenfieber zu kämpfen. Die Nervosität vor dem großen Auftritt sagt nichts über Ihre Qualitäten als Redner aus. Damit umzugehen, ist dennoch nicht immer einfach, und nicht jede Strategie eignet sich für jeden. Eine gesunde Portion Selbstironie hat schon manchem Geholfen – zum Beispiel dem Geschäftsführer einer Firma, der einem Kreis internationaler Zuhörer das Geschäftskonzept vermitteln sollte. Ihm bereitete es nach wie vor Unbehagen, vor Publikum Englisch zu sprechen. Er rettete sich mit einer beherzten Einleitung, mit der er die Lacher auf seiner Seite hatte und keinen sprachlichen Ausrutscher mehr fürchten musste: „The language in which this presentation will be held is the most common language in the world: Broken English.“
Lampenfieber ist kein Grund, sich zu schämen! Entwickeln Sie dennoch Strategien, die Aufregung erträglich zu machen. Manchen Menschen hilft Humor, anderen häufiges Durchgehen der Präsentation mit Freunden.
Achtung: Greifen Sie auf keinen Fall zu Beruhigungsmitteln! Ist Ihre “Publikumsangst” so stark ausgeprägt, dass Sie Ihnen den Arbeitsalltag zur Qual macht, kann auch eine Verhaltenstherapie unter psychologischer Anleitung Linderung bringen – Lampenfieber ist ebenso wie Flugangst gut therapierbar!
5. Den Vortrag gestalten: Struktur und Inhalt
Bei der Ausarbeitung Ihres Vortrags sollten Sie dessen Adressaten einschätzen können und das Ziel, das Sie erreichen wollen, genau kennen. Fragen Sie sich danach, wie Sie genau dieses Publikum von genau dieser Idee überzeugen. Auf dieser Basis wählen Sie dann Ihre Gestaltungselemente aus: Wie steige ich ins Thema ein? Passen Anekdoten, Humor, Ironie – oder wären sie angesichts des Themas völlig unangebracht? Welche Teile hat mein Vortrag, wie lang darf jeder einzelne Teil maximal dauern? An welchen Stellen bietet es sich an zu visualisieren, Bilder, Statistiken und ähnliches einzusetzen? Wie leite ich jede Phase des Vortrags ein? Eine häufig genutzte und gute Einstiegsmöglichkeit sind Zitate oder Anekdoten – sie erreichen den Zuhörer leichter als trockene Fakten und schaffen “offene Ohren” für Ihr Anliegen.
Behalten Sie bei der Gestaltung Ihres Vortrages Publikum und Zielsetzung im Blick und orientieren Sie sich bei der Ausarbeitung strikt an diesen Vorgaben!
Überzeugend präsentieren: Die Checkliste
- Erstellen Sie eine Liste mit W-Fragen, die Sie so genau wie möglich beantworten!
- Planen Sie den Einsatz technischer Hilfsmittel rechtzeitig und sorgfältig – so vermeiden Sie peinliche Pannen!
- Arbeiten Sie an Ihrer Körpersprache, Ihrer Stimme und Ihrer Ausstrahlung – gegebenenfalls unter professioneller Anleitung. Davon profitieren Sie nicht nur bei Vorträgen, sondern auch in Sachen Selbstmarketing, Gesprächsführung usw.
- Wenn Sie vor Vorträgen nervös sind: Finden Sie heraus, was Ihnen hilft, mit der Aufregung konstruktiv umzugehen!
- Richten Sie Struktur und Inhalt an Publikum und Ziel des Vortrags aus!
Karriere, Präsentation, Selfmarketing
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