Online-Image und Karriereplanung: Was Fach- und Führungskräfte wissen müssen

In unseren Praxistipps zum Thema Social Media Marketing haben wir bereits verschiedene Aspekte der Integration von Web 2.0 in unterschiedliche Bereiche der internen und externen Unternehmenskommunikation besprochen. Bezogen auf die Online-Profile von Fach- und Führungskräften wollen wir es noch weiter vertiefen. Reputations- und Eigenmarketing sind wichtige Aspekte des Erfolges und der Karriereplanung von Führungskräften, und auch die Tatsache, dass sich ein wachsender Teil der Aktivitäten zur Imagepflege auf das Internet verlagert, ist für die meisten Manager keine Neuigkeit. Umso mehr überrascht das Ergebnis einer Befragung von MyImageControl und dem deutsche Führungskräfteverband ULA: Obwohl 70 Prozent der Führungskräfte ihr Online-Image für wichtig halten, kümmert sich nur ein Drittel von ihnen auch um dessen Pflege; die meisten wenden dafür außerdem sehr wenig Zeit auf und nutzen nur herkömmliche Suchmaschinen. Verfügen Sie bereits über den optimalen Online-Auftritt, oder müssen Sie nachbessern? Finden Sie es heraus – mit unseren Praxistipps!

1. Selbstmarketing mit Web 2.0: Mehr als eine Option

Die Bedeutung eines hohen Bekanntheitsgrades, vor allem aber eines tadellosen Rufes im Netz kann nicht überbetont werden. Ob Vorgesetzter, Personalchef oder Kollegen: Nahezu jeder, der etwas über eine bestimmte Person erfahren möchte, wird als ersten Schritt deren Namen in eine der gängigen Suchmaschinen eingeben und in Social Media-Profilen, Blogs, Fach- und Expertenportalen nach den gewünschten Informationen suchen. Diese Tatsache können sich Führungskräfte sowohl hinsichtlich Ihres Rufes bei Geschäftspartnern und Mitarbeitern als auch in Bezug auf ihre Karriereplanung zu Nutze machen: Netzwerke und Communities können gezielt eingesetzt werden, um sich bei einem fachlich relevanten Personenkreis einzuführen und zu positionieren. Umgekehrt kann ein sorgloser Umgang mit den entsprechenden Medien zum Karrierekiller werden – daraus jedoch den Schluss zu ziehen, dass man sich am Besten von ihnen fernhält, ist ein fataler Irrtum. Arbeitgeber und Manager erwarten von ihren (künftigen) Mitarbeitern, dass sie sich bezüglich aktueller Entwicklungen im Netz auf dem Laufenden halten – ein fehlendes Profil wird schnell als Desinteresse oder fehlende Medienkompetenz ausgelegt.

Machen Sie sich deshalb die gestiegene Bedeutung von Online-Profilen bewusst und betreiben Sie gezielte Reputationspflege im Netz: Über Xing-Profil oder myON-ID-Visitenkarte werden Sie gefunden und können Wichtiges kurz und übersichtlich präsentieren!

2. Das Netz vergisst nichts!

Die meisten Menschen, die erstmals umfassend zu ihrer eigenen Person im Netz recherchieren, werden überrascht sein, wie viele Treffer sie erzielen. Bedingt durch die unüberschaubare Menge von Social Networks, Portalen und vielem mehr haben viele Menschen mehr Nutzerprofile angelegt, als Ihnen bewusst ist: Die meisten gerieten schnell wieder in Vergessenheit oder wurden zumindest nicht regelmäßig gepflegt. Experten gehen davon aus, dass es in absehbarer Zukunft eine Art “Online-Identität zum Mitnehmen” geben wird, die die zeitaufwändigen Updates einzelner Profile überflüssig macht. Bislang ist dem leider nicht so – die Folge: Eine mehr oder weniger große Anzahl von “Profilleichen”, die den Informationssucher nicht weiter bringen, weil sie entweder rudimentär oder veraltet sind.

Lassen Sie veraltete oder ungenutzte Profile nicht einfach ruhen – aktualisieren oder löschen Sie sie, damit relevante Informationen, die Sie gezielt verbreiten möchten, nicht in der Flut solcher für den Suchenden wertloser Treffer untergehen.

3. Ihre Online-Selbstpräsentation: Bestandsaufnahme

An Google kommt keiner vorbei: Der erste Schritt Ihrer Bestandsaufnahme führt über eine schlichte Suche bei der größten Suchmaschine. Auch andere Suchmaschinen können selbstverständlich genutzt werden – ebenso wie Ihre eigene Erinnerung an eventuell in der Vergangenheit genutzte Profile. Auch eigene Blogs, Fotoalben, Microblogging-Beiträge, Arbeitsproben oder eventuelle Beiträge über Sie und/oder Ihr Unternehmen sollten in Ihrer Liste auf keinen Fall fehlen. So verschaffen Sie sich einen möglichst genauen Überblick über Ihre Online-Präsenz. Überlegen Sie danach, wo Sie unbedingt wahrgenommen werden sollten und wo nicht, welche Profile Sie nicht oder nicht mehr nutzen und deshalb entfernen sollten, was eventuell miteinander verlinkt werden muss und welches Ziel Sie genau mit Ihrem virtuellen Auftritt erreichen wollen – erst danach können Sie gezielt an dessen Generalüberholung gehen.

Verschaffen Sie sich einen umfassenden Überblick über alle Spuren, die Sie im Netz hinterlassen haben, und bedenken Sie dabei stets: Was Sie finden, ist auch für andere einsehbar!

4. Ihre Online-Selbstpräsentation: Update & Optimierung

Jetzt können Sie sich daran machen, Ihr Online-Profil zu überarbeiten: Veraltete und ungenutzte Profile verschwinden, relevante werden aktualisiert, eventuell kommen neue hinzu. Investieren Sie ruhig etwas Zeit in die Suche nach Netzwerken, die für Ihre Branche von Bedeutung sind – Quantität ist nicht immer gleich Qualität. Allgemeine Business Networks wie Xing oder Linkedin sind dagegen fast schon obligatorisch und oft die erste Anlaufstelle für Informationssucher. Von hier aus können Sie auch andere Profile – wie z.B. beruflich relevante Blogs oder Twitteraccount – verlinken. So können andere sich je nach Bedarf einen schnellen Überblick verschaffen oder weiter “in die Tiefe” gehen. Ein weiterer wichtiger Faktor, der oft übersehen wird, ist die so genannte Suchmaschinenoptimierung. Wer geschickt mit Schlagwörtern und Suchbegriffen arbeitet, wird idealerweise nicht nur unter seinem Namen gefunden, sondern auch im Zusammenhang mit bestimmten Projekten oder Aktivitäten. Die Suchmaschinenoptimierung ist eine recht junge “Wissenschaft”, noch gibt es keine standardisierten Verfahren oder gar allgemein gültige Lehrbücher – zögern Sie also nicht, sich gegebenenfalls an einen externen Dienstleister zu wenden, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

Planen Sie Überarbeitung und Optimierung Ihres Webauftrittes sorgfältig und eventuell mit Unterstützung von Experten: So sparen Sie langfristig Zeit und sichern sich gleichzeitig optimale Präsenz und Darstellung im Netz!

5. Online-Networking: Nicht nur fürs Business

Nicht nur Business- und Recruiting-Networks können helfen, den Traumjob zu ergattern oder den nächsten Karriereschritt zielstrebig zu planen. Viele Menschen vergessen, dass gerade durch die im Netz verschwimmende Trennung zwischen beruflich und privat auch vordergründig “nur” private Kontakte oder Auftritte dazu führen können, dass man auf Sie aufmerksam wird. Beispiel: Eine bekannte Web-Managerin bekam ihren Traumjob bei einem Unternehmen für Umwelttechnik nicht (nur), weil Ihre berufliche Website überzeugte, sondern weil ein Headhunter Ihrem privaten Blog entnahm, dass sie sich seit langem intensiv mit Umweltfragen beschäftigt hatte und so nicht nur die gewünschten fachlichen Qualifikationen – Webdesign und Systemadministration – mitbrachte, sondern auch insgesamt gut ins Unternehmen passte.

Machen Sie sich bewusst, dass andere etwas über SIE erfahren wollen, nicht nur über Ihren Beruf. Wägen Sie sorgfältig ab, was Sie über sich mitteilen wollen: Allzu Privates ist im Netz fehl am Platz, anderes – wie z.B. soziales, gesellschaftliches oder kulturelles Engagement – sagt etwas darüber aus, wer Sie nach Büroschluss sind und was Ihnen wichtig ist.

Online-Image: Die Checkliste

  • Ohne Webauftritt geht es nicht: Ihr Online-Image ist spätestens seit es Web 2.0-Dienste gibt ein zentraler Teil Ihres Eigenmarketings.
  • Betreiben Sie aktives Reputationsmanagement im Netz.
  • Löschen Sie veraltete Profile oder solche, die Sie nie nutzen – “Profilleichen” machen keinen guten Eindruck und frustrieren andere, die etwas über Sie erfahren möchten.
  • Überlegen Sie genau, wie Ihre Web-Visitenkarte aussehen und was Sie enthalten soll: Ein allgemeines und möglichst kurz gefasstes Profil gibt einen schnellen Überblick.
  • Verlinken Sie andere beruflich relevante Profile/Aktivitäten mit dieser Visitenkarte.
  • Seien Sie sparsam mit der Preisgabe privater Informationen. Ausgewählte wissenswerte Dinge zu Ihrer Person machen Sie sympathischer und menschlicher, allzu Privates gehört nicht auf allgemein zugängliche Seiten im Netz!
  • Auch bei der Vernetzung mit anderen gilt: Wählen Sie sorgsam aus! Wer sich geschickt vernetzt wird leichter gefunden, unpassende Links können jedoch Ihrem Ruf auch nachhaltig schaden!

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One Response to “Online-Image und Karriereplanung: Was Fach- und Führungskräfte wissen müssen”

  1. fschuetz sagt:

    Gelungener Artikel…da sind wirklich wichtige Hinweise in Bezug auf den eigenen Ruf im Netz dabei!

    Als kleine Ergänzung vielleicht noch:

    Mit Yasni kann man nicht nur regelmäßig seinen Ruf im Netz kontrollieren, sondern diesen auch aktiv mit einem eigenen, kostenlosen Exposé beeinflussen!

    https://www.yasni.de/expose

    Mit dem Exposé können Weblinks, Profile und Bilder so organisiert werden, dass neue Arbeitgeber, Partner oder Geschäftskontakte nur den besten Eindruck gewinnen können.
    ;-)

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