Twitter, MySpace und Co.: Die Chancen und Risiken von Social Media in Unternehmenskommunikation und Mitarbeitergewinnung – Teil 2

Im ersten Teil unserer zweiteiligen Serie beschäftigten wir uns mit den Potentialen, aber auch den bislang wenig bekannten Risiken von Social-Media-Unternehmensprofilen. Twitter und Facebook sind unverzichtbare und hoch effiziente Marketing-Tools geworden, doch mit dem Anlegen eines Profils allein ist es nicht getan: Experten gehen davon aus, dass immer mehr Angestellte im klassischen Marketing sich in Zukunft mit der gezielten Pflege von Online-Images und -Kampagnen beschäftigen werden. Auch bei der Mitarbeitergewinnung und in der internen Kommunikation können die sozialen Netzwerke nützlich sein – lesen Sie, wie Sie sie für diese Bereiche erschließen!

(4) Einbindung von Social Media in die interne Unternehmenskommunikation

Die Erzeugung eines Wir-Gefühls zählt zu den größten und wichtigsten Herausforderungen für Führungskräfte und zu den sichersten Garanten für zufriedene und leistungsstarke Mitarbeiter. Das Potential von Online-Communities, ein solches Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen, wurde bereits im letzten Abschnitt geschildert. Was in der externen Unternehmenskommunikation gute Resultate erzielt, lässt sich auch in der internen Kommunikation anwenden: Usergruppen vermitteln das Gefühl, dazuzugehören, Teil eines Ganzen zu sein, sich einbringen zu können und mitzubestimmen. Die Einrichtung solcher Gruppen bei einschlägigen Social Media-Diensten hat sich beispielsweise in der Teamführung vielfach bewährt: Ideen- und Gedankenaustausch finden ebenso in Echtzeit statt wie eventuelle Diskussionen, Material kann schnell allen zugänglich gemacht werden. Mitglieder eines Teams müssen nicht einmal zwingend am selben Ort sein, sondern können bei Bedarf auch über räumliche Abstände hinweg vernetzt werden – so sparen Sie außerdem auch Zeit und Kosten.

In der internen Unternehmenskommunikation überwiegen die Vorteile von Social Media bei weitem die Nachteile und steigern Zusammengehörigkeitsgefühl, Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen sowie Leistung und Effizienz. Machen Sie sich dieses ungeheure Potential zu Nutze und erarbeiten Sie eine entsprechende Arbeitsstrategie, sofern Social Media nicht bereits in Ihrem Unternehmen genutzt werden.

(5) Social Media, Karriere und Personalauswahl

Auf Bewerberportalen wird inzwischen öfter vor den Fallstricken von Social Media bei der Karriereplanung gewarnt: Für viele Personalabteilungen ist Web 2.0 fester Bestandteil des Auswahlverfahrens. Immer wieder wird deshalb davor gewarnt, leichtfertig Partyfotos von sich selbst ins Internet zu stellen, denn was erst einmal online ist, ist es in der Regel für die Ewigkeit. Man muss jedoch gar nicht bis zum in Wort und Bild dokumentierten alkoholischen Exzess gehen – auch öffentliches Lästern über den letzten Vorgesetzten oder Unmutsäußerungen über Arbeitsplatz und -aufgaben lassen einen nicht unbedingt im günstigsten Licht erscheinen, wenn es um die Vergabe von Stellen geht. Doch auch hier gilt natürlich der Umkehrschluss, denn ebenso kann man sich durch online gezeigtes Engagement etwa für die eigene Weiterbildung oder spannende Projekte auch ein positives Image geben. Die eigene Online-Identität sollte sorgfältig gepflegt werden – so wird Web 2.0 zum effizienten Eigenmarketing-Tool und für Unternehmen zur zusätzlichen Informationsressource, wenn es darum geht, sich ein Bild von einem Bewerber zu machen.

Selbstmarketing und Networking sind unverzichtbare Bestandteile Ihrer Karriereplanung – mit Web 2.0 steht Ihnen eine ganze Palette effizienter und kostengünstiger Möglichkeiten zur Verfügung, sich zu vernetzen und zu vermarkten. Nutzen Sie sie, wägen Sie jedoch stets sorgfältig ab, was den Weg ins Netz finden sollte!

(6) Ausblick: Die Zukunft von Social Media und die neue Macht der Verbraucher

Aktuelle Studien und Expertenmeinungen sehen vor allem einen Trend: Der “Ära der sozialen Funktionalität” werde die “Ära der sozialen Kolonisation” folgen, schrieb Jürgen Stüber unlängst in der Welt. Gemeint ist die Entwicklung hin zur Mitnahme von Online-Identitäten von einem Netzwerk ins andere. Eine “digitale Identität” werde dann über Plattformgrenzen hinweg genutzt, die parallele Existenz voneinander abgegrenzter Netzwerke werde dadurch aufgehoben. “Geteilte Erfahrungen” und “digitale Beziehungen” stünden dann im Vordergrund. Der so vernetzte Verbraucher, so Stüber unter Bezug auf die Forrester-Studie “The Future of the Social Web”, habe dadurch mehr Macht, greife bei Kaufentscheidungen eher auf Erfahrungen seiner Freunde im Netz zurück und trage so dazu bei, die Bedeutung von Marken und Marketing mehr und mehr zu verdrängen. Forrester rechnet sogar mit der Möglichkeit, dass Communities künftig die nächste Generation eines Produktes mitbestimmen.

Social Media sind aus unserer gesamten Lebenswelt, aber auch aus dem Alltag in Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Immer besser vernetzte Nutzer sind eine Größe, mit deren Einfluss auf Marktanteile gerechnet werden muss – halten Sie sich deshalb auf dem Laufenden, reagieren Sie auf neue Entwicklungen und suchen Sie bei Bedarf den Austausch mit Experten.

Social Media: Die Checkliste

  • Kommen Social Media in Ihrem Unternehmen bereits zum Einsatz? Wenn ja, mit welchem Erfolg? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Wer ist Ansprechpartner für die Koordination von Social Media-Aktivitäten? Diese Fragen helfen Ihnen bei der Standortbestimmung und der Erarbeitung von Konzepten!
  • Erkennen Sie die Vorteile, aber auch die Risiken der neuen Kommunikations- und Interaktionsformen, und verlieren Sie nicht aus dem Blick, was über Ihr Unternehmen/Ihre Marke/Ihr Projekt kommuniziert wird!
  • Befassen Sie sich eingehend mit Methoden, Möglichkeiten und Arten von Social Media Marketing!
  • Erwägen Sie den Einsatz von z.B. Communities auch in der internen Kommunikation!
  • Bedenken Sie, dass ins Netz gestellte Fotos, Videos, Texte und anderes Material nicht wieder verschwinden und von jedem anderen eingesehen werden können – nicht nur Unternehmen, sondern auch Einzelpersonen kann ein Imageschaden entstehen!
  • Überlegen Sie, ob und wie Sie Social Media für Networking, Selbstvermarktung und Karriereplanung nutzen können!
  • Behalten Sie die Entwicklung von Social Media im Auge, um rechtzeitig auf Trends reagieren zu können!

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