Unternehmenserfolg durch Innovationsmanagement
Der Begriff „Innovationsmanagement“ weckt mitunter Skepsis. Kann man Innovationen wirklich managen? Sind die wichtigsten Voraussetzungen für Innovation nicht Kreativität und Ideenreichtum, Eigenschaften also, die man kaum steuern oder “auf Knopfdruck” aktivieren kann? Solche Reaktionen zeigen, dass das Konzept an sich in deutschen Unternehmen noch wenig bekannt, geschweige denn umgesetzt ist. Denn Innovationsmanagement umfasst die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für Innovationen ebenso wie deren Umsetzung in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen und trägt so dazu bei, einem Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Wir zeigen Ihnen, warum Innovationsmanagement sinnvoll ist – und warum Innovation nicht immer gleichbedeutend mit neuen Ideen ist.
1. “Innovativ” ist nicht zwangsläufig gleich “neu”
Beim Innovationsmanagement geht es nicht ausschließlich um die Generierung neuer Ideen, sondern vor allem auch um die Bewertung und Nutzung innovativer Ideen. Auch die Markteinführung einer noch unverwerteten Idee kann eine Innovation sein. Tobias Müller-Prothmann und Nora Dörr weißen in ihrem Buch “Innovationsmanagement” darauf hin, dass z.B. die MP3-Playern zugrunde liegende Technologie bereits in den frühen Achtzigern vom Fraunhofer-Institut entwickelt, aber letztlich erst 20 Jahre später von Unternehmen entsprechend verwertet wurde.
Eines der wichtigsten Aufgabengebiete des Innovationsmanagements ist also die Innovationsbeobachtung und -bewertung sowie die Einbindung externer Innovationen: Der Einsatz wirtschaftlicher und personeller Ressourcen hierfür lohnt sich!
2. Innovationsmanagement im Unternehmen: Mehr als Forschung und Entwicklung
Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler und Managementexperte Fredmund Malik bescheinigt vielen Unternehmen Denkfehler bei der Etablierung eines funktionierenden Innovationsmanagements. Innovationen, so Malik, seien nur dann echt, wenn sie sich in einen Vermarktungserfolg umsetzen ließen. Die in der Praxis oft anzutreffende Gleichsetzung von Innovation mit Forschung und Entwicklung bei einem spürbaren Mangel an Umsetzung führe dagegen in eine Sackgasse, die er als “Innovationsromantik” bezeichnet. Seine Einschätzung: Ein gutes Innovationsklima wird vor allem vom Management geschaffen, Führungskräfte müssten die Bereitschaft, Altes hinter sich zu lassen und Neues anzugehen aktiv vorleben.
Als Führungskraft stehen Sie in der Verantwortung, Neuerung und Veränderung anzustoßen und zu begleiten. Unternehmensberatungen helfen bei Bedarf, Strukturen aufzubrechen: Seien Sie Vordenker, machen Sie den Weg frei für Innovationsfreude und -umsetzung!
3. Integration anderer Managementbereiche
Innovationsmanagement wird von Experten oft als “Querschnittsaufgabe” bezeichnet. Gemeint ist, dass Innovationsmanagement Teil einer übergreifenden Unternehmensstrategie ist und somit zahlreiche Managementbereiche berührt, z.B. Change Management, Wissens- und Personalmanagement und Qualitätsmanagement, um nur einige davon zu nennen. Gerade Personalpolitik in Form der Erhaltung von Kompetenz im Unternehmen und der Neuwerbung wichtiger Qualifikationen halten viele Berater für einen wichtigen Aspekt des Innovationsmanagements. Sie befürworten in diesem Zusammenhang einen “Altersmix” von Belegschaften, um sowohl die Erfahrung älterer Mitarbeiter als auch das aktuelle Fachwissen junger Berufsanfänger optimal nutzen zu können.
Überlegen Sie genau, welche Unternehmens- und Managementbereiche betroffen sind und beziehen Sie diese bei der Erarbeitung Ihres Innovationsmanagement-Konzeptes mit ein!
4. Kunden als Innovationsberater & Business Development-Ressource
Wie unter Punkt 2 beschrieben, zielt Innovationsmanagement auch und vor allem auf erfolgreiche Umsetzung – sprich: Markteinführung. Vermarktung und Vertrieb des neuen Produktes oder der neuen Dienstleistung werden erheblich vereinfacht, wenn eine entsprechende Nachfrage bereits besteht. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist es empfehlenswert, die Kunden in den Prozess des Innovationsmanagements mit einzubinden, etwa über Kundenbefragungen, Serviceorientierung und ein gut funktionierendes Beschwerdemanagement.
Erschließen Sie die enorme Ressource, die Ihnen Ihre Kunden bieten, indem Sie Vorschläge und Wünsche aufgreifen, Beschwerden ernst nehmen, neue Angebote von Kunden testen lassen und auf bereits vorhandene Bedürfnisse eingehen – das ist erheblich wirtschaftlicher, als ein Produkt einzuführen, für das Sie einen Markt erst mühsam schaffen müssen!
5. Innovationsmanagement als Instrument der Krisenbewältigung
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es ganz besonders darauf an, Zugang zu neuen Märkten und Kundenkreisen zu erlangen. Mit diesem Aspekt des Innovationsmanagements hat sich z.B. eine Arbeitsgruppe der RWTH Aachen befasst und dabei den Begriff “Innovationen der Krise” geprägt. Gemeint sind Produktderivate, die aus “bestehenden Fähigkeiten und Technologien” schnell und Ressourcen schonend abgeleitet werden können. So können Unternehmen bei wirtschaftlich vertretbarem Aufwand mit dem bestehenden Know-how zusätzliche Zielgruppen gewinnen und sich so auch für Zeiten schwacher Nachfrage besser aufstellen.
Richten Sie Ihr Denken nicht einseitig auf Neuerungen aus, sondern ziehen Sie auch Varianten, Modifikationen und Anpassungen bereits vorhandener Produkte und Dienstleistungen in Betracht, um Ihre Kundenbasis zu erweitern!
Innovationsmanagement: Die Checkliste
- Beobachtung und Bewertung unternehmensexterner Entwicklungen sind mindestens ebenso relevant für Ihr Innovationsmanagement wie eigene Entwicklungen!
- Schaffen Sie auf Managementebene die Voraussetzungen für ein gutes Innovationsklima!
- Stimmen Sie andere Managementbereiche auf die Erfordernisse Ihres Innovationsmanagements ab!
- Etablieren Sie insbesondere eine investitionsfreundliche Personalpolitik, halten und erweitern Sie Wissen im Unternehmen!
- Binden Sie Kunden in Ihre Innovationsplanung ein – so erfahren Sie aus erster Hand, welche Vermarktungsaussichten Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung hat!
- Überlegen Sie, wie Sie bestehende Märkte durch leichte Modifikationen von Innovationen, die sich bereits bewährt haben, erweitern können!
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[...] „Kann man Innovation wirklich managen?„ fragte sich eine Kollegin von Kopf.Arbeit unlängst. [...]