Frauen in Führungspositionen – Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Karriere

Die schlechte Nachricht: Deutschland hat Nachholbedarf. Im Gegensatz zu Ländern wie Island und Norwegen, in denen fast die Hälfte aller Führungspositionen von Frauen bekleidet wird und die deshalb auch das einschlägige Ranking anführen, landet Deutschland in Sachen Gleichstellung laut Eurostat weiterhin im Mittelfeld. Die gute Nachricht: Der Frauenanteil in den Spitzenpositionen von Wirtschaft, Politik, Verwaltung oder Forschung steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für immer mehr junge Frauen wird eine gezielte Karriereplanung damit zum wichtigen Thema. Doch während Frauen immer häufiger in den Chefetagen kleinerer und mittlerer Unternehmen zu finden sind, sind sie in den Vorständen großer Unternehmen unterrepräsentiert. Welche Faktoren müssen Sie beachten, um es ganz an die Spitze zu schaffen?


(1) Art der Berufswahl: Frühe Karriereplanung
Im Berufswahlverhalten von Männern und Frauen gibt es Unterschiede. Während Männer Faktoren wie Karriereaussichten und Verdienstmöglichkeiten bereits früh in ihre Wahl einbeziehen und sich häufiger als Frauen für wirtschafts- und ingenieurwissenschaftliche Ausbildungswege entscheiden, sind Frauen häufiger in geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen mit schlechteren Aufstiegschancen und höherem Freiberufleranteil zu finden. Das heißt nicht, dass jemand mit einer klaren Neigung zu Linguistik oder Sozialpädagogik aus reinen Karrieregründen Wirtschaftsinformatik wählen sollte – wohl aber, dass sorgfältige Planung und Zusatzqualifikationen ein Muss sind, wenn Neigung und Karriere aufeinander abgestimmt werden sollen.
Beginnen Sie also frühzeitig mit Ihrer Karriereplanung und berücksichtigen Sie Aspekte wie Entwicklungschancen und Verdienstaussichten bei Ihrer Bildungsplanung!

(2) „Typisch weiblich?“, Teil 1: Persönlichkeitsmerkmale als Hindernis
Coaches, die sich mit der Persönlichkeitsentwicklung weiblicher Management-Anwärter befassen, identifizieren häufig spezifische Persönlichkeitszüge, die der Behauptung in einer erfolgsorientierten Arbeitswelt wenig dienlich sind: So wollen viele Frauen „entdeckt“ werden, neigen dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, sind bescheiden und zurückhaltend, lehnen „Ellbogenmentalität“ ab. Im extremsten Fall führt das zum Rückzug in eine passive Haltung, die zwar Mitgefühl und Hilfsbereitschaft hervorruft – aber keine Anerkennung. Abhilfe schaffen oft erst Weiterbildungs- und Beratungsmaßnahmen, in denen solche Muster reflektiert und gezielt durchbrochen werden.
Falsche Zurückhaltung ist in der Arbeitswelt fehl am Platz – reden Sie über Erfolge! Eine professionelle Selbstdarstellung ist ein Muss für Ihre Karriere, holen Sie sich Unterstützung beim Aufbau Ihres Selbstmarketings!

(3) „Typisch weiblich?“, Teil 2: Persönlichkeitsmerkmale als Erfolgsfaktor
Frauen verfügen jedoch auch über persönliche Eigenschaften, die ihnen gegenüber männlichen Mitarbeitern einen klaren Vorteil im Kampf um die heiß begehrten Führungspositionen verschaffen: Sie bringen bessere kommunikative und soziale Fähigkeiten mit, sind bessere Konfliktmanager und neigen weniger zu Rivalitäten und Machtkämpfen, die männlichen Konkurrenten oft enorm viel Kraft, Zeit und Energie kosten. Hier liegt ein enormes Potential – entdecken und nutzen Sie es!
Denken Sie immer daran, dass „Führung mit Persönlichkeit“ die Kernaussage der modernen Führungslehre ist: Setzen Sie diese starken Seiten und Kernkompetenzen der weiblichen Persönlichkeit bewusst ein, betonen Sie sie Vorgesetzten und Kollegen gegenüber!

(4) Mehr Selbstmarketing: Fleiß zahlt sich nicht immer aus
Viele Frauen werden dazu erzogen, hohe Arbeitsleistungen zu erbringen – und zu glauben, dass Fleiß sich irgendwann bezahlt macht. Es ist zwar richtig, dass die Götter den Schweiß vor den Preis gesetzt haben. Viele Frauen machen allerdings den Fehler, hinter Stapeln von Papierarbeit im Büro zu sitzen. Die Folge: Sie arbeiten zwar hart, werden aber nicht bemerkt.
Halten Sie Ausschau nach Projekten, bei denen Sie sich profilieren und positionieren können – auch dann, wenn die Alltagsarbeit auf Ihrem Tisch einmal liegen bleibt!

(5) Business Networking
Berufliche Netzwerke stehen in direktem Zusammenhang mit Ihrer professionellen Selbstdarstellung. Sie sind heute ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor, dem Berufsforscher einen ebenso hohen Anteil an den Karriereaussichten eines Menschen einräumen wie Ausbildungsniveau und Fachkompetenz. Auch hier können Frauen mit ihren hervorragend entwickelten kommunikativen Fähigkeiten, ihrem Sinn für Diplomatie und Ausgleich punkten, um sich erfolgreich in Netzwerken zu positionieren.
Die richtigen Kontakte sind der Türöffner für Ihren beruflichen Erfolg – nutzen Sie Ihre persönlichen Stärken, um die richtigen Netzwerke zu finden und zu pflegen!

(6) Karriere und Familie
Der heikelste Punkt kommt zum Schluss: Nach wie vor gilt die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie als größtes Karrierehindernis für Frauen. Mangels geeigneter Betreuungsangebote pausieren Frauen oft länger als Männer, wenn Kinder geboren werden. Auch Mentalitätsprobleme spielen eine Rolle. So diagnostiziert das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine „im Arbeitsleben breit etablierte Präsenzkultur, die (zumeist weiblichen) Beschäftigten mit Familienpflichten eine Führungsposition nicht zubilligt.“ Viele Frauen nehmen diese Problematik hin, da sie davon ausgehen, sie könne nur langfristig auf politischer Ebene gelöst werden. Obwohl eine solche Lösung angestrebt werden muss, können Frauen manches tun, um sich hinsichtlich der Lebensbereiche Karriere und Familie nicht in eine von schematischen Denkweisen diktierte „Entweder-Oder“-Entscheidung drängen zu lassen.
Schöpfen Sie den bestehenden rechtlichen Rahmen aus, fordern Sie Ihr Unternehmen z.B. in Sachen flexible Arbeitszeiten – das Prädikat „familienfreundliches Unternehmen“ ist heutzutage ein erstrebenswertes Gütesiegel im Wettbewerb um Talente! Auch Methoden des Zeitmanagements und der Work-Life-Balance helfen Ihnen, Ausgewogenheit in Ihren Lebensbereichen zu schaffen!

Frauen und Führung: Die Checkliste

• Beziehen Sie Karrieregesichtspunkte in Ihre Bildungs- und Berufswahl ein!
• Planen Sie beruflichen Erfolg gezielt mit Hilfe von Mentoren und Coaches!
• Stichwort „Führen mit Persönlichkeit“: Betonen Sie Ihre Stärken!
• Vermeiden Sie die Bescheidenheitsfalle – über Erfolg darf geredet werden!
• Nutzen Sie Selbstmarketing und Networking als Karrierefaktoren!
• Achten Sie, wenn möglich, bei der Wahl des Arbeitsplatzes auf Familienfreundlichkeit!
• Argumentieren Sie im Unternehmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Implementierung einer ausgewogenen Work-Life-Balance!

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One Response to “Frauen in Führungspositionen – Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Karriere”

  1. [...] diese Weise ist es dem Kind kaum möglich, sich im Erwachsenenalter in Führungspositionen zu behaupten, da es bis dahin nur gelernt hat, absoluten Gehorsam zu [...]

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