Wissensmanagement: Vom richtigen Umgang mit Wissen

Zu den vielfältigen Aufgaben eines zeitgemäßen Managements zählt auch der richtige Umgang mit Wissen auf unterschiedlichsten Ebenen. Die Bandbreite reicht dabei vom Informationsmanagement – der Abstimmung von Informationsstrukturen auf die Gesamtorganisation des Unternehmens – bis zum so genannten praktischen Wissensmanagement, in dem zum Beispiel die Entwicklung von Mitarbeiterqualifikationen und das Wechselspiel zwischen implizitem und explizitem Wissen erfasst sind. Mit seiner Implementierung haben sich zahlreiche Wissenschaftler befasst – erfahren Sie im Folgenden, wie Sie erfolgreich den Einstieg in diese vielschichtige Thematik vorbereiten und durchführen.

1. Definition von Wissenszielen
Möchten Sie ein effektives Wissensmanagement etablieren, ist eine gründliche Vorarbeit unerlässlich – und diese beginnt wie so oft mit einer umfassenden Standortbestimmung. Welche Zielsetzungen gibt es für Ihr Unternehmen, und wie lassen sich diese in Wissensziele übersetzen? Worin besteht das „Kernwissen“ Ihres Unternehmens?
Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Wissensverteilung in Ihrem Unternehmen. Stellen Sie dabei gezielt fest, wer welche Kompetenzen besitzt und wie systematisch damit umgegangen werden kann – Checklisten helfen ebenso wie die Einsetzung eines Ansprechpartners für Wissensaufbau und –organisation!

2. Wissen und Führungspersönlichkeit
Als Führungskraft bringen Sie in hohem Maße Ihre Persönlichkeit in die Entwicklung eines ganzheitlichen Führungsstils ein. Diese persönliche Komponente gibt es auch im Wissensmanagement. Das Wissen, das Sie für Ihre täglichen Arbeitsabläufe benötigen, spielt dabei ebenso eine Rolle wie Ihre ganz persönlichen Wissensziele: Welches Wissen wollen Sie erwerben, und wie verhalten sich diese Vorgaben zu den Unternehmenszielen? Wie können Sie im Kontext einer umfassenden Teamführung auf Wissensressourcen Ihrer Mitarbeiter zugreifen und diese systematisch nutzen?
Nehmen Sie auch im Hinblick auf eigenes Wissen und wissensbezogene Zielvorgaben eine Positionsbestimmung vor und definieren Sie davon ausgehend eine persönliche Wissensstrategie!

3. Methoden und Instrumente unternehmensinternen Wissenserwerbs
Für den Wissenserwerb gibt es viele unterschiedliche Kanäle. Bei diesen kann es sich um Fachpublikationen, interne und externe Schulungen oder einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch handeln. Zum Wissensmanagement gehört, diese unterschiedlichen Erwerbsstrategien für Wissen zu nutzen, ihre Übertragung in den Arbeitsalltag zu kontrollieren, sie regelmäßig zu evaluieren und auf ihre Effektivität hin zu überprüfen.
Überprüfen Sie Weiterbildungsmaßnahmen und sonstige Instrumente genau auf den damit verbunden Wissenszuwachs und gleichen Sie diesen immer wieder an den zu Anfang definierten, in Wissensziele umgesetzten Unternehmenszielen ab!

4. Personalmanagement als Wissensressource
Führungskräfte tragen nicht zuletzt auch die Verantwortung dafür, verschiedene Managementbereiche so aufeinander abzustimmen, dass sie die Ziele des Unternehmens bestmöglich unterstützen. Personal- und Talentmanagement sind wichtige Ressourcen für Wissensmanagement und müssen auf dessen Anforderungen abgestimmt werden. Welche Qualifikationen und Kompetenzen haben Sie bereits im Unternehmen, welche müssen ergänzt werden? Worauf ist bei der Mitarbeiter- und Talentakquise zu achten, damit dieser Ergänzungsbedarf gedeckt wird?
Strukturieren Sie die Personalpolitik des Unternehmens nach Gesichtspunkten der Wissensergänzung und – entwicklung, achten Sie bei Neueinstellungen, aber auch bei Weiterbildungsmaßnahmen auf nötige und wünschenswerte Kompetenzen!

5. Wissensdokumentation und Wissenssicherung
Wissensmanagement ist ein kontinuierlicher und dynamischer Prozess, der keinesfalls irgendwann abgeschlossen ist. Der Sicherung von vorhandenem Wissen müssen Führungskräfte daher einen ebenso hohen Stellenwert einräumen wie seinem Erwerb und seiner Weiterentwicklung. Hiervon werden viele Bereiche berührt: Die Bindung von Wissensträgern an das Unternehmen, die Weitergabe der Erfahrung ausscheidender Mitarbeiter, Zugänglichkeit und Abrufbarkeit von Wissen, Informationsstrukturen sowie der Wissensverwaltung dienliche Speichermedien wie etwa Fileserver, Datenbanken, Dokumentationen.
Entwickeln Sie eine umfassende Strategie der Wissenssicherung. Dabei handelt es sich um eine ungeheuer komplexe Aufgabenstellung – zögern Sie nicht, sich Unterstützung durch qualifizierte Unternehmensberater zu holen und sich bei der Koordination und Umsetzung dieser Strategie beraten zu lassen!

6. Konfliktmanagement und Wissen
Es ist nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich, was Konflikt- und Wissensmanagement miteinander zu tun haben. Der Bezug zwischen diesen beiden Bereichen ist ein Stolperstein, der oftmals übersehen wird: Denn Konflikte im Unternehmen, der falsche Umgang mit Kritik oder inhaltlichen Fragen führen zu nachlassender Motivation und damit auch zum Verlust von Wissen oder auch Ideen, die aus Resignation nicht mehr eingebracht werden.
Betreiben Sie im Interesse Ihres Wissensmanagements professionelles Konfliktmanagement, gehen Sie mit Konflikten, Rivalitäten, Kompetenzstreitigkeiten oder Kritik konstruktiv um, um die Motivation auf hohem Niveau zu halten und damit kreatives und intellektuelles Potential zu sichern.

Wissensmanagement: Die Checkliste

• Definieren Sie Wissensziele aus den Unternehmenszielen heraus und klären Sie, wer für die Umsetzung welcher Teilziele verantwortlich ist!
• Widmen Sie den drei wesentlichen Komponenten – Wissenserwerb, Wissensentwicklung und Wissenssicherung – gleich viel Aufmerksamkeit!
• Überprüfen Sie Maßnahmen zum Wissenserwerb auf Ihren Nutzen für die Unternehmensziele!
• Synchronisieren Sie andere Managementbereiche, wie Personal- und Talentmanagement mit Ihren Wissensmanagement-Vorgaben!
• Entwickeln Sie eine persönliche Wissensstrategie aus eigenen Wissenszielen und denen des Unternehmens!
• Entwickeln Sie außerdem eine Strategie der Wissenssicherung – gegebenenfalls unter Einbeziehung externer Berater!
• Konflikte sind Motivations- und Wissenskiller – betreiben Sie daher ein konstruktives und effektives Konfliktmanagement!

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