Mit Herz und Verstand: Emotionale und rationale Intelligenz als Führungskompetenz

Mit emotionaler Intelligenz assoziieren wir meist eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Eigenschaften: Intuition, Empathie, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz. Durch den Bestseller des amerikanischen Psychologen Daniel Goleman wurde der Begriff EQ populär, später sprach man auch von EI. Was bedeutet emotionale Intelligenz für unseren Alltag? In welchem Verhältnis steht sie zur rationalen Intelligenz? Das Wichtigste vorweg: Emotionale Intelligenz ist erlernbar – in jedem Lebensalter.

1. EQ/EI – Was ist das?

Der Begriff ist ein wenig irreführend, denn emotionale Intelligenz ist keine mathematisch berechen- oder messbare Größe. Die Rolle, die sie für Ihr berufliches Fortkommen spielt, ist jedoch enorm: Bis zu 85% des Erfolges von Führungskräften werden diesem Teil ihrer Persönlichkeit zugeschrieben!

2. Selbstbewusstheit und Empathie

Wer sich selbst nicht motivieren kann, kann auch andere nicht mitreißen. Gleiches gilt für die Fähigkeit eines Menschen, emotionale Befindlichkeiten und Bedürfnisse zu verstehen – sie beginnt bei der eigenen Person und ist so die Voraussetzung für das Verständnis von Gefühlen und Stimmungen anderer. Darum gilt: Lernen Sie zunächst, Ihre eigenen Emotionen wahrzunehmen, zu benennen und zu verstehen.

3. EI gewinnbringend nutzen

Hier geht es zunächst darum, den Zusammenhang zwischen Emotionen und Gedanken zu erkennen und das Wissen darum zur Problemlösung einzusetzen. Die ausgewogene Balance zwischen emotionaler und rationaler Intelligenz versetzt uns in die Lage, anspruchsvolle Denkaufgaben schneller und besser zu lösen. Lernen Sie daher, diejenigen Emotionen zu identifizieren – und später gezielt zu steuern! – die kognitive Prozesse bestmöglich unterstützen.

4. Selbststeuerung und Ressourcen

Unter Selbststeuerung, Selbstregulierung oder Selbstmanagement versteht man die Fähigkeit, im Hinblick auf den Zeitrahmen, personelle, finanzielle oder materielle Ressourcen oder ein definiertes Ziel planvoll und strukturiert zu handeln. Auch diese Fähigkeit ist an einer Schnittstelle zwischen Gefühl und Verstand zu finden: Motivation, Begeisterungsfähigkeit und Einstellung zum jeweiligen Projekt beeinflussen, wie effektiv Sie es umsetzen können. Reflektieren Sie eingehend, was Sie motiviert, und lernen Sie, Ihre Motivationsstrategien zu verbessern!

5. Eigene und fremde Gefühle: Der Umgang mit Emotionen

Nachdem Sie gelernt haben, Gefühle und Befindlichkeiten zu benennen, zu nutzen, zu steuern und zu verstehen, können Sie trainieren, eigene Gefühle in einer bestimmten Situation zu verändern oder zu beeinflussen – und ebenso, positiv Einfluss auf das emotionale Befinden anderer in Ihrer Umgebung zu nehmen, um Ziele zu erreichen.

6. Von EI zu EK (Emotionale Kompetenz)

Wahrnehmung, Nutzbarmachung, Verständnis und Steuerung von Emotionen ergeben in der Summe die emotionale Kompetenz, die die notwendige Ergänzung zu Ihrer rationalen Intelligenz und Ihrer fachlichen Kompetenz bildet. So verbessern Sie Ihre Konfliktfähigkeit, Ihr Verhandlungspotential, Ihre positive Wirkung auf Kunden und Mitarbeiter, Ihre Effizienz und Ihre Fähigkeit, Widerstände zu meistern.

So steigern Sie Ihre emotionale Kompetenz:

  • Eigene Gefühle erkennen und benennen
  • Gefühle anderer identifizieren
  • Emotionen nutzen, um kognitive Aufgaben zu meistern
  • Verstehen, wie emotionale Zustände funktionieren und ineinander übergehen
  • Eigene und fremde Emotionen positiv beeinflussen
  • Emotionale und rationale Intelligenz als einander notwendig ergänzende Komponenten begreifen lernen

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