Der Kampf um Talente – und wie Sie ihn gewinnen können

 

Anfang September 2009 wurden die Ergebnisse einer Mercer-Studie zu Bedeutung, Umfang und Umsetzung von Talentmanagement veröffentlicht. Das Ergebnis: Während die strategische Bedeutung von Talentmanagement für den Unternehmenserfolg von einer überwältigenden Mehrheit der Befragten (81%) sehr hoch eingeschätzt wurde, gibt es bei der Umsetzung noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Viel zu wenig kommen bislang Instrumente wie individuelle Karriereplanung und Weiterbildung zum Einsatz, um Leistungsträger langfristig zu binden, konstatierten die Autoren der Erhebung. Lesen Sie, wie Sie sich im „War for Talents“ richtig aufstellen – und wie Sie der Abwanderung Ihrer High Potentials vorbeugen.

(1) Talente anziehen: Employer Branding

Positionieren Sie sich im Kampf um hoch qualifizierte und begehrte Fachkräfte, indem Sie aus Ihrem Namen ein Markenzeichen machen, das nicht nur für die Qualität von Produkten steht, sondern auch als Arbeitgebermarke attraktiv ist. Wichtig: Oft werden in diesem Zusammenhang lediglich kurzfristige finanzielle Anreize gesetzt, die Potentialträger locken sollen. Die Kriterien, nach denen diese einen Top-Arbeitgeber beurteilen, sind jedoch komplexer: Individuelle Karriereplanung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote stehen ganz oben auf der Wunschliste. Talentierte Nachwuchskräfte erwarten heute mehr vom Job als regelmäßige Gehaltserhöhungen – gehen Sie darauf ein, rücken Sie unternehmensspezifische Vorzüge ins rechte Licht und werden Sie zum Traumarbeitgeber der besten Köpfe!

(2) Talente identifizieren – intern und extern

Die Identifikation von Potentialträgern ist der Kern eines erfolgreichen Talentmanagements. Das bezieht sich nicht nur auf Stellenausschreibungen, bei denen es darum geht, unter einer Vielzahl von Kandidaten den richtigen Bewerber zu finden und auszuwählen, sondern auch auf bereits im Unternehmen befindliche Potentialträger. Hierfür werden Instrumente wie Talent Review Meetings eingesetzt, bei denen Mitarbeiter gezielt anhand erbrachter Leistungen evaluiert und gefördert werden, bei denen Sie aber auch Rückmeldung über Zufriedenheit und Loyalität erhalten. Denken Sie langfristig, analysieren Sie auch künftig benötigte Kompetenzen und betreiben Sie ein aktives Nachfolgemanagement!

(3) Talente finden: Recruiting

Nicht umsonst wird von Head Hunting und Talentscouting gesprochen – wer erfolgreich aufspüren und jagen will, muss die Jagdgründe kennen. Klassische Rekrutierungsinstrumente wie die Stellenanzeige in der Tageszeitung haben sich für die Suche nach High Potentials als ungeeignet erwiesen. Schon eher wird man auf Recruiting-Messen oder Absolvententagen der Hochschulen fündig werden. Auch virtuelle Netzwerke oder Mitarbeiterempfehlungsprogramme (so genannte Referrals) können wertvolle Ressourcen darstellen. Nutzen Sie diese, rechnen Sie aber auch damit, dass Sie echte Top-Kräfte längere Zeit umwerben oder sogar abwerben müssen, falls diese bereits anderweitig gebunden sind, aber gut zu Ihrem Profil passen würden.

(4)  Talente entwickeln: Development

Sie haben sich die besten Köpfe gesichert, nun geht es um Nachhaltigkeit und Langfristigkeit: Ziel von Entwicklungsmaßnahmen ist es, den Mitarbeiter derart an das Unternehmen zu binden, „dass er seinen Arbeitgeber seinem besten Freund empfehlen würde“ – so formulieren es erfahrene Personaler. Diese Entwicklungsmaßnahmen können unterschiedlich aussehen: Von der Zuweisung spannender Aufgabenbereiche über Auslandsentsendungen bis hin zu ganz gezieltem Karriere-Coaching, Mentoring und Weiterbildungsmaßnahmen, die vom Fortbildungsseminar bis zu berufsbegleitenden Studien reichen können, ist alles drin. Geben Sie Ihren High Potentials in Abstimmung mit den Unternehmenszielen die Möglichkeit, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln! Verschaffen Sie sich in Mitarbeitergesprächen regelmäßig einen Überblick über Leistungs- und Lernerfolg!

(5) Talente halten: Commitment

Auch beim Commitment geht es um die langfristige Mitarbeiterbindung: Sie haben Ihre Spitzenkräfte gesucht, gefunden, erfolgreich geworben und durch gezielte Maßnahmen in ihre Entwicklung investiert. Talentmanagement ist ein beständiger Prozess, der keinesfalls irgendwann abgeschlossen ist, denn gerade talentierte Menschen brauchen die Herausforderung und das Neue. Setzen Sie High Potentials systematisch ein, behalten Sie dabei die Unternehmensziele stets im Auge. Mit Hilfe von Talent Pools und langfristigem Skillmanagement halten Sie nicht nur das Motivationsniveau Ihrer Mitarbeiter konstant hoch, sondern sorgen auch dafür, dass verantwortungsvolle Positionen bestmöglich ausgefüllt werden und die Nachfolge für ausscheidende Kräfte gesichert ist!

Die Talentmanagement-Checkliste:

 

  • Schaffen Sie eine Arbeitgebermarke!
  • Befassen Sie sich mit Instrumenten der Identifizierung von Talenten!
  • Halten Sie Kontakt zu viel versprechenden Bewerbern, die auf eine erst später frei werdende Stelle passen!
  • Besuchen Sie Job- und Absolventenmessen, machen Sie sich ein Bild von Bewerberpersönlichkeiten!
  • Verlieren Sie interne Potentiale nicht aus den Augen!
  • Nutzen Sie Referral-Programme und Netzwerke!
  • Halten Sie sich über Methoden der aktiven Personalentwicklung auf dem Laufenden, und setzen Sie diese gezielt ein!
  • Setzen Sie High Potentials so ein, dass deren Motivation hoch bleibt und Ihre Fähigkeiten im Interesse des Unternehmens bestmöglich ausgeschöpft werden!

 

 

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