Business-Networking – Nicht nur für Young Professionals

Immer öfter fällt, gerade im Zusammenhang mit der beruflichen Etablierung von Neueinsteigern am Arbeitsmarkt, der Begriff „Networking“. Das „Netzwerken“, wie es mitunter eingedeutscht auch genannt wird, wird als Wunderwaffe gegen drohende Arbeitslosigkeit, Kettenpraktika und Unzufriedenheit in einem Job unterhalb der eigenen Qualifikation angepriesen. Die Statistik gibt den Verfechtern des Business Networking Recht: Weniger als zehn Prozent aller ehemals Jobsuchenden kamen auf dem traditionellen Weg – also über Arbeitsagentur oder Bewerbungen ohne vorherige Kontakte – an ihre jetzige Arbeitsstelle. Doch Netzwerke sind viel mehr als Sprungbretter in die Erstanstellung, und sie bleiben ein Leben lang wichtig.

1. Warum Networking?

Mehr und mehr hängt von der Kompetenz ab, Kontakte zu knüpfen, zu pflegen, zu managen und zu nutzen. Zum Begriff des Know How hat sich in den letzten Jahren der Terminus Know Who gesellt. Das bedeutet nicht, dass Fachkompetenz nicht mehr notwendig wäre, sondern gründet sich auf die Einsicht, dass angesichts enormer und wachsender Wissens- und Datenmengen sowie deren Austauschgeschwindigkeit ein Netzwerk von Personen gebraucht wird, um den Anforderungen an Schnelligkeit und Flexibilität gerecht zu werden. Netzwerke helfen Ihnen beim Anknüpfen von Geschäftsbeziehungen, erleichtern Ihr Selbstmarketing, verschaffen Ihnen Zugang zu Marktinfos und Interessengruppen. Befassen Sie sich daher möglichst frühzeitig, idealerweise noch vor dem eigentlichen Berufseinstieg, mit dem „Wie“ und „Warum“ des Netzwerkens!

2.Informelle Netzwerke

Es gibt unterschiedliche Arten von Netzwerken. Fast jeder von uns bewegt sich innerhalb eines oder mehrerer sozialer Netzwerke. Dazu zählen Freunde, Bekannte, Verwandte, aktuelle und ehemalige Arbeitskollegen, Schul- und Studienkameraden und „Social Networks“ im Netz. Über diese informellen Netzwerke werden oftmals wechselseitige Gefallen, mitunter auch „richtige“ Jobs, Projekte, Dienstleistungen usw. über Empfehlungen vermittelt. Sie sind hilfreich, jedoch relativ unsortiert und somit kein verlässliches Werkzeug fürs eigene Karrieremanagement. Daher gilt: Arbeiten Sie sich von bereits bestehenden zu neuen Kontakten vor! Finden Sie heraus, welche Netzwerke sich für Sie anbieten und Ihnen wirklich weiterhelfen!

3. Formelle Netzwerke

Offene, branchenübergreifende Netzwerke, berufsspezifische Netzwerke, exklusive/geschlossene und teils auch gebührenpflichtige Netzwerke oder private Business-Veranstaltungen, die nur mit Einladung besucht werden können, zählen zu den formellen Netzwerken, die Sie gezielt für Ihren beruflichen Erfolg nutzen können. Unnötig zu sagen, dass sich in einer vernetzten Welt auch hierbei viel übers Internet abspielt. Einige Netzwerke sind bestimmten Gruppen wie Berufseinsteigern oder Führungskräften vorbehalten, während andere die Funktion haben, verschiedene Gruppen in Kontakt zu bringen. Und wie finden Sie nun „Ihr“ Netzwerk? Definieren Sie dazu zunächst Ihre Ziele, überlegen Sie, wer Ihnen helfen kann, diese zu erreichen! Testen Sie ruhig mehrere Netzwerke, Veranstaltungen wie „Business Dating“ oder Visitenkartenpartys!

4. Netzwerk gefunden – Wie geht es weiter?

Sie haben Kontakte geknüpft, sich ausgetauscht, dabei viele neue Eindrücke und vielleicht sogar ganz konkrete Impulse für mögliche Anknüpfungspunkte für Kooperationen gewonnen. Der Anfang ist also gemacht. Doch Netzwerke brauchen Pflege – sie sind eine Aufgabe fürs Leben, zumindest fürs Berufsleben. Für Sie bedeutet das nicht nur, dass Sie Wege finden müssen, sich konkret einzubringen und aktiv zu einem lebendigen Netzwerk beizutragen, sondern auch regelmäßige Evaluierung und Management der Kontakte: Was ist noch aktuell? Habe ich einen wichtigen Kontakt vernachlässigt? Ich brauche Infos und Tipps zu einem bestimmten Arbeitsfeld, wer kann helfen?

5. Was fehlt mir noch?

Die Autorin Monika Scheddin definiert in ihrem Buch Erfolgsstrategie Networking. Business-Kontakte knüpfen, organisieren und pflegen drei wichtige Schritte zur erfolgreichen Nutzung der Ressource Netzwerk: (1) Ich will (Zielanalyse), (2) Ich kann (Kompetenzanalyse), (3) Ich brauche. Schritt Drei stellt einen „mentalen Einkaufszettel“ dar, in dem Sie nach der vorausgegangenen Bestandsaufnahme definieren, was Ihnen noch fehlt, um Ihr Ziel zu erreichen. Ergänzen Sie danach noch fehlende Kompetenzen, Kontakte usw. – zum Beispiel über Weiterbildungen, Coachings oder Karriereberatungen.

Die Netzwerk-Checkliste:

  • Ihr bestehendes Netzwerk ist größer, als Sie denken – machen Sie eine Bestandsaufnahme!
  • Nutzen Sie unterschiedlichste Veranstaltungen und Medien wie Fachmessen, Berufsnetzwerke in Ihrer Stadt, virtuelle Kontakte übers Netz!
  • Definieren Sie Ihr Ziel und „bauen“ Sie das Netzwerk so auf, dass es Ihnen hilft, es zu erreichen!
  • Pflegen Sie Kontakte und Netzwerke, entrümpeln Sie sie jedoch auch regelmäßig!
  • Werden Sie sich Ihrer Kompetenzen bewusst. Wichtig: Damit sind ALLE Kompetenzen gemeint, auch solche, die Sie für selbstverständlich halten (nicht jeder kann gut zuhören, beraten, telefonieren…)
  • Befassen Sie sich unbedingt mit Kommunikationsstrategien wie Small Talk, aktivem Zuhören usw. – Sie werden sie gut gebrauchen können!
  • Finden Sie heraus, was Ihnen noch fehlt und was Sie Ihrem Ziel näher bringt, und ergänzen Sie Ihre fachliche und persönliche Kompetenz entsprechend!

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