Generation 50plus – Weiterbildungsangebote für ältere Arbeitnehmer

„Die Weiterbildungsbeteiligung Älterer ist gering.“ An dieser ernüchternden Bilanz hat sich seit Jahren nichts geändert. Deshalb wird nun verstärkt Ursachenforschung betrieben und nach Möglichkeiten gesucht, ältere Arbeitnehmer durch gezielte Angebote und Beratung stärker in Weiterbildungsangebote und Qualifizierungsmaßnahmen einzubinden. Denn Zahlen und Erfahrungen belegen: Berufsbegleitende Weiterbildung ist heute unerlässlich, um den Anschluss zu halten. So achten Personaler bei Bewerbungen Älterer verstärkt darauf, ob diese sich regelmäßig weiter gebildet und Zusatzqualifikationen erworben haben.

Gezielte Suche
Das Angebot von Projekten zur Weiterqualifizierung älterer Mitarbeiter ist groß und teilweise unüberschaubar – bei steigendem Altersdurchschnitt wächst auch die Zahl von Bildungsträgern, die um die Gunst der Älteren buhlen. Sich in diesem Dschungel zu Recht zu finden, kann zeitraubend und schwierig sein. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung rät daher, zunächst die eigenen Zielvorstellungen zu ermitteln und zu klären, welche Qualifikationen fehlen. Dadurch verringert sich die Zahl der in Frage kommenden Angebote bereits erheblich.
Die Auswahl des richtigen Weiterbildungsangebotes ist von entscheidender Bedeutung. Stellen Sie sicher, dass diejenigen Maßnahmen, die Sie in die engere Auswahl ziehen, das Spektrum der zu ergänzenden Qualifikationen abdecken. Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über verschiedene Weiterbildungsträger und Ihre Dienstleistungen, nehmen Sie Beratungsmöglichkeiten in Anspruch, die vor Ort angeboten werden!

Gezielte Auswahl
Neben Zeit- und Geldmangel werden schlechte Erfahrungen mit Bildungsinstitutionen und Lernprozessen von Arbeitnehmern über 50 als häufigster Grund für die „Weiterbildungsabstinenz“ genannt. Inzwischen steht fest: Ältere lernen anders als Jüngere. Ein entspanntes Lernumfeld, Lernmethoden, die Raum für Initiative und eigene Ideen lassen, informeller Austausch untereinander und die enge Verbindung von neu erworbenem Wissen und Berufserfahrung zählen dabei zu den wichtigsten Kriterien.
Nehmen Sie sich Zeit, die Angebote genau zu prüfen, und achten Sie dabei auf Transparenz: Lernziel, Lehrmethoden, Lehrstoff, Dauer, Ort, Kosten sowie die Art des Zertifikates, Abschlusses oder der Teilnahmebescheinigung sollten klar und übersichtlich dargestellt sein. Auch Gütesiegel oder die Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen sowie Erfahrungsberichte früherer Teilnehmer können Entscheidungshilfen darstellen.

Was tun bei Zeitmangel?
Viele der Beschäftigten über 50 stehen mitten im Berufsleben, haben schulpflichtige Kinder – da bleibt für Weiterbildung oft kaum Zeit. Dieses Argument wiegt schwer, doch es zeichnet sich ab, dass hier sowohl in der Politik als auch bei den Unternehmen selbst ein Umdenken einsetzt. Die Bedeutung der Qualifizierung Älterer für den Arbeitsmarkt wird zunehmend erkannt und gewürdigt. Die Auszeichnung „Unternehmen mit Weitblick“ können sich Arbeitgeber verdienen, die durch ihre Personalpolitik „zeigen, wie durch eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt im Unternehmen einem drohenden Fachkräftemangel angesichts des demografischen Wandels entgegengewirkt und wie der Wissenstransfer zwischen den Generationen gewährleistet werden kann.“
Oft sind die staatlichen Förderprogramme für die Weiterbildung Älterer noch zu wenig bekannt. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber gezielt an, machen Sie ihn auf solche Programme und Projekte aufmerksam, fragen Sie nach Teilzeitregelungen und Freistellungsmöglichkeiten für betriebsbedingte Weiterbildung. Schließlich geht es um Ihre Zukunft – und um die des Unternehmens!

Keine Angst vor jungem Gemüse – Holen Sie sich Unterstützung!

„Das schaffe ich doch in meinem Alter gar nicht mehr“, „Ich habe Angst, mich vor den Jüngeren zu blamieren“. Solche und ähnliche Aussagen sind häufig zu hören, wenn ältere Arbeitnehmer nach den Gründen befragt werden, die sie von einer Weiterbildung abhalten.
In einer Gesellschaft, die Jugend als Ideal inszeniert, ist es heute keine Seltenheit mehr, dass sich schon Vierzigjährige dem vermeintlichen Wettbewerb mit den Jüngeren nicht mehr gewachsen fühlen.
Machen Sie sich daher unbedingt klar, dass die Jüngeren nicht „besser“ qualifiziert sind – ihre Qualitäten als Arbeitnehmer sind lediglich andere als diejenigen, die Sie auszeichnen. Wo der Berufseinsteiger mit dem neuesten Fachwissen überzeugt, punkten Sie mit Ihrer langjährigen Lebens- und Berufserfahrung, die Sie Situationen besser einschätzen und souveräner handhaben lässt – eine Qualifikation, die kein Fünfundzwanzigjähriger jemals mitbringen wird. Hilfreich kann es sein, Weiterbildungsmaßnahmen gemeinsam mit etwa gleichaltrigen Kollegen anzugehen oder eine Karriereberatung in Anspruch zu nehmen, in der Ihre Stärken und Vorteile herausgearbeitet werden. So stärken Sie Ihr Selbstvertrauen und bauen Hemmschwellen effektiv ab.

50plus, Berufliche Neuorientierung    RSS 2.0    Kommentar    Trackback   

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