Andere Länder, andere Sitten: Warum die Sensibilisierung interkultureller Kompetenzen eine wirtschaftliche Notwendigkeit darstellt

Internationale Zusammenarbeit: Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg

Im Kontext verstärkter internationaler Zusammenarbeit und fortschreitender Globalisierung stellen erfolgreiche Auslandsentsendungen einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Umso mehr erstaunt es, dass die Erfolgsaussichten für interkulturelle Kooperationen von Unternehmen – je nach Quelle – mit lediglich zwischen 10 und 30 Prozent angegeben werden. Welche Risiken birgt internationales Engagement, und wie können sie minimiert werden?

Interkulturelle Kompetenz – Was ist das eigentlich genau?

Es gibt zahlreiche Trainingsmaßnahmen, die Führungskräfte für kulturelle Unterschiede sensibilisieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit von Auslandseinsätzen steigern sollen. Die kontrovers geführte Debatte darüber, was unter dem Lernziel interkulturelle Kompetenz zu verstehen sei, hat unter anderem das Modell der Differenzierung in affektive, kognitive und verhaltensbezogene Dimension hervorgebracht, das – mit unterschiedlichen Modifikationen und Ergänzungen weitgehend akzeptiert wird.

Affektive und kognitive Dimension – die beiden Pfeiler interkultureller Kompetenz

Zur affektiven Dimension zählen allgemeine Schlüsselkompetenzen erfolgreichen Führungsverhaltens, aber auch spezifische interkulturelle Eigenschaften wie Vorurteilsfreiheit, Akzeptanz und Lernbereitschaft. Während solche persönlichkeitsbezogenen Faktoren praktisch eingeübt und trainiert werden müssen, geht es in der kognitiven Dimension um den Aufbau von Verständnis für die eigene und die fremde Kultur, vorhandene Unterschiede, Besonderheiten in Kommunikation und Interaktion. Umgesetzt werden sollen beide Bereiche schließlich in die Kompetenz, Beziehungen zu fremdkulturellen Partnern aufbauen und pflegen zu können.

Interkulturelles Training – Darauf kommt es an

Für die Praxis bedeutet das, dass theoretisches Wissen, Einstellungen und Erfahrungen in die Praxis übertragen werden müssen, damit interkulturell erfolgreich agiert werden kann. Daraus ergeben sich Leitlinien für Methodik und Didaktik interkultureller Trainingsmaßnahmen. Die Verzahnung affirmativ-emotionaler und kognitiv-rationaler Lehreinheiten ist maßgeblich für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Vermittlung internationaler Kompetenz erfolgt daher in einer fein abgestimmten Mischung aus theoretischem Input und praktischen Übungen wie Rollen- und Kommunikationsspielen und der Diskussion konkreter Fallbeispiele in der Gruppe.

Interkulturelle Trainer: Das können sie vermitteln

Persönlichkeit und Erfahrungshintergrund des Trainers sind ebenfalls entscheidend für den Erfolg interkultureller Trainingsmaßnahmen. Wichtig ist die Vermittlung interkultureller Erfahrungen und dabei auftretender Probleme aus eigener Anschauung und erster Hand, die durch einen entsprechenden Hintergrund des Trainers gewährleistet wird. Gelehrt werden unter anderem grundlegende gesellschaftliche Fakten des Ziellandes, wichtige kulturelle Unterschiede und Businessetikette. Praktisch eingeübt werden Kommunikationsstrategien für Verhandlungen und Vertrauens-aufbau, Konfliktlösungen und Präsentationsformen. Emotionale und intellektuelle Aspekte der Interkulturalität werden so effektiv verbunden.

Interkulturelle Kompetenz in der Praxis – Was bringt das?

Darf man den Zahlen glauben, auf die eingangs verwiesen wurde, bedeutet das, dass „über 70% aller Entsendungen ins Ausland als Fehlschläge zugegeben werden“ (Quelle: Trimpop/Meynhardt 2000, zitiert bei Frank 2005). Eine erschreckende Zahl, die die Dringlichkeit interkultureller Maßnahmen zur Personalentwicklung deutlich hervorhebt, denn die Autoren der Studie verweisen auch auf die Vermeidbarkeit solcher Bruchlandungen im Zielland bei einer kompetent durchgeführten Sensibilisierung von Fach- und Führungskräften im Vorfeld internationaler Engagements.

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