Konichi-was?

Ein Händedruck oder eine Verbeugung zur Begrüßung? Als Gastgeschenk eine Flasche Scotch, Pralinen oder eine schicke
Herrenuhr? Und wohin eigentlich mit der Visitenkarte? In einer globalisierten Geschäftswelt wird klar: In China ist so einiges anders…

Das „chinesische Zeitalter“

Spätestens seit den jüngsten Ereignissen der Wirtschaftskrise geht das Wort vom aufkommenden „chinesischen Zeitalter“ um. Wo andernorts Industrien
zusammenbrechen und sich die Börsenkurse auf historischer Talfahrt befinden, bleibt der asiatische Raum weitgehend unberührt von den aktuellen
Geschehnissen. Davon können europäische Unternehmen profitieren; Geschäftsbeziehungen speziell zu chinesischen Firmen sind nicht nur in der
Gegenwart profitabel, sondern auch eine wertvolle Investition in die Zukunft.

Harakiri der Umgangsformen

Dennoch herrscht auf beiden Seiten viel Unsicherheit: Was ist erlaubt, was wird weniger gern gesehen, was ist das soziale Harakiri im Bereich der Umgangsformen?
Jahrtausende kultureller Entwicklung trennen die westliche und die chinesische Welt. Um heute Brücken zu schlagen, müssen selbst erfahrene Manager noch einmal
die Schulbank drücken und den China-Knigge wälzen.

Kleiner China-Knigge

Zum Glück ist das nur halb so aufwändig, wie es klingt. Unser Ratgeber bewahrt Sie vor einigen der häufigsten Fehltritte im Land der aufgehenden Sonne.

Der beherzte Handschlag, der in der westlichen Welt oft als Zeichen der Integrität gesehen wird, gilt in China als unhöflich. Dort wird der Händedruck eher symbolisch und sanft vollzogen – ohne den Kraftaufwand, den manch einer hierzulande betreibt. Unter chinesischen Geschäftsmännern selbst ist die angedeutete Verbeugung gebräuchlicher.

Vertraulichkeiten in der Anrede sind zumindest bei den ersten Kontakten absolutes Tabu. Das Gegenüber sollte mit vollem Namen und inklusive aller Titel angeredet werden – auch wenn die Begrüßung dadurch manchmal die Länge einer Teezeremonie erreicht.

Visitenkarten nehmen in China einen ganz anderen Stellenwert ein als in Europa. Entsprechend förmlich werden sie übergeben und entgegengenommen: mit beiden Händen an der Karte und einer leichten Verbeugung als Zeichen der Ehrerbietung. In die Gesäßtasche gehören Visitenkarten nicht; ein Etui ist hier unerlässlich.Als Gastgeschenk eignet sich ein edler Tropfen durchaus. Auch teure Pralinen sind gern gesehen. Nicht angebracht ist hingegen die Herrenuhr: Sie symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens und ist ein negatives Symbol, wie übrigens auch die meisten Blumen.

Idealerweise informiert man sich vor dem ersten Geschäftskontakt bei einem chinesischen Bekannten eingehend über Details der hochgradig ritualisierten Umgangsformen. Wem diese direkte Quelle nicht zur Verfügung steht, der sollte sich mindestens durch Lektüre auf das Zusammentreffen vorbereiten oder besser noch ein
Seminar
dazu absolvieren. Merke: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

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